Was bedeutet Coming-out?
Der Begriff „Coming-out“ ist heutzutage weit verbreitet. Er stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „herauskommen“. Laut dem größten Wörterbuch Deutschlands, Oxford Languages, bezieht sich das Coming-out auf das bewusste Offenlegen von etwas, insbesondere der eigenen Homosexualität. Es betrifft jedoch nicht nur homosexuelle Menschen, sondern alle sexuellen Orientierungen und Identitäten.
Warum ist ein Coming-out überhaupt nötig?
Wäre es nicht toll, in einer Welt zu leben, in der man sich gar nicht mehr outen muss, weil es einfach normal ist, dass man liebt, wen man will? Natürlich wäre das großartig! Leider entspricht dies nicht der Realität. Die meisten Menschen wachsen in einer Umgebung auf, die davon ausgeht, dass alle heterosexuell und mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifiziert sind. Wenn also die meisten Menschen um einen herum und vielleicht sogar die eigene Familie nach solchen Annahmen leben, dann ist es verständlich, dass man sich outen muss und sagen: „Hey, ich bin anders als ihr denkt!“
Das innere & äußere Coming-out:
Beim Coming-out kann man zwischen dem inneren und äußeren Outing unterscheiden (obwohl diese oft ineinander übergehen). Der innere Prozess umfasst alles bis zu dem Punkt, an dem man für sich selbst feststellt, dass man nicht heterosexuell und/oder cis-gender ist. Das äußere Coming-out beinhaltet dann das Teilen dieser Erkenntnis mit anderen.
Das Coming-out ist unabhängig vom Alter:
Häufig findet das Coming-out in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter statt. Es gibt jedoch keine festgelegte Altersgrenze oder ein richtig oder falsch dafür, wann man sich outen sollte. Manche Menschen outen sich erst im höheren Alter, obwohl sie bereits heterosexuell verheiratet sind und Kinder haben. Die Suche nach der eigenen Identität ist ein lebenslanger Prozess, der für einige mehr Zeit benötigt als für andere.